
Quer durch die Republik, um zu lernen, wie man Fehler punktgenau entdeckt: Aus ganz Deutschland sind Teilnehmer zur erfolgreichen Premiere des bundesweit einzigartigen Seminars Kupfer-Messtechnik nach DIN EN 61935-1 angereist. Warum? Weil es dieses Seminar nur hier gibt – an unserer tbd-Akademie in Friedeburg. Fünf intensive Tage. Viel Praxis. Am Ende: ein HWK-Zertifikat in den Händen – und Wissen, das sofort einsetzbar ist. Zwei Teilnehmer waren sogar zum zweiten Mal bei uns. Wir erzählen, warum.
Als erfahrener Betriebselektriker weiß Martin Preis, was Phase ist. Und doch stand er kürzlich ratlos da – weil ihm neue Messtechnik kurzzeitig den sprichwörtlichen Stecker gezogen hatte. Die Stadtwerke Dillenburg am Südrand des Rothaargebirges, wo er arbeitet, wollten Störungen im Netz nun selbst beheben. Ein modernes Gerät sollte helfen, Fehler punktgenau zu orten. Martin nahm es mit hinaus – und merkte schnell: Die Technik stellte mehr Fragen, als sie beantwortete.
„Am Anfang haben wir trotzdem Loch an Loch buddeln müssen, um den Fehler zu finden – wodurch der Stillstand deutlich länger dauerte als erhofft“, sagt er. „Erst wenn man verstanden hat, wie’s funktioniert, wird es einfach.“ Martin suchte nach einer Schulung, wo er lernt, wie Messtechnik funktioniert – und fand sie bei der Handwerkskammer (HWK) für Ostfriesland.
Dort war jetzt Premiere eines neuen Seminars, angeboten an unserer tbd-Akademie: Kupfer-Messtechnik nach DIN EN 61935-1. Eine Weiterbildung, die bundesweit keine andere Kammer im Programm hat. Wer die schriftliche und praktische Prüfung besteht, erhält das HWK-Zertifikat und ist damit bestens gerüstet, Aufträge im Netz der Betreiber zu erledigen. Weil dieses Wissen selten ist, kommen Teilnehmende aus ganz Deutschland. Warum gutes Messen Nerven schont und enorme Kosten spart, zeigen wir hier ausführlicher.
Verschiedene Wege – ein gemeinsamer Antrieb
Martin fuhr rund 400 Kilometer nach Ostfriesland. Andere hatten noch weit mehr Strecke vor sich. Aus Kirchheim unter Teck reiste Frank Grieser an – mit seinem Kollegen Matthias. Bei terranets bw arbeitet Frank überwiegend in der Vertragsbearbeitung. Doch ein Einschnitt im Team gab ihm eine neue Richtung: Ein Kollege, erfahrener Messtechniker, war verstorben. Frank möchte dessen Aufgaben übernehmen.
„Ich kehre ein bisschen zu meinen Wurzeln zurück, technisch“, sagt er. Und: „Nach vielen Jahren im Büro wieder mehr rauszukommen, ist eine schöne Perspektive.“
Fast zeitgleich mit ihm traf Stefan Kieschnick aus der Lausitz in Ostfriesland ein. Sein Arbeitgeber, BM Technik aus Seitschen bei Bautzen, repariert beschädigte Kabel – etwa für die Deutsche Bahn und die Deutsche Telekom. Stefan, gelernter IT-Systemelektroniker, arbeitet als Kupfer- und Glasfasermonteur – Muffenbau, vielpaarige Kabel, all das kennt er.
Jetzt wollte er mehr Verantwortung übernehmen: „Wir wollen jetzt auch Abschlussmessungen selbst erledigen und neu gebaute Kupferkabel-Anlagen und -Stränge selbst einmessen.“ Für dieses neue Aufgabenfeld fuhr er fast 650 Kilometer. „Der Weg hat sich gelohnt. Gerade, weil man hier von der Pike auf lernt, praktisch übt, nicht nur Theorie bimst – und in kurzer Zeit unglaublich viel lernt.“
Um Fehler nicht nur zu suchen, sondern zu finden, erfahren die Teilnehmer:
- Wie man Messverfahren richtig auswählt – Gleichstrom zur Fehlersuche, Wechselstrom zur Ortung aktiver Leitungen.
- Wie man Signale korrekt einspeist und liest, selbst bei Störungen.
- Wie man in komplexen Umgebungen (urban, dicht verkabelt, abgeschirmt) die relevanten Werte erkennt.
- Und wie man dokumentiert, damit nachfolgende Teams schnell und sicher handeln können.
Und während sechs der acht Teilnehmer zum ersten Mal dabei waren, kamen zwei sogar zurück.

Wiederkommen – aus Überzeugung
Gunnar Kammler und Tobias Sommer vom Fernwärmenetzbetreiber BEW in Berlin hatten im Juni bereits an der – ebenfalls bundesweit einzigartigen – Schulung Kupfer-Monteur/-in Fernmeldetechnik teilgenommen. Dort hatten sie gelernt, wie man Adern verbindet, Muffen baut, thermisch schrumpft und beschädigte Telekommunikationskabel repariert. Mit dem HWK-Zertifikat in der Tasche wollten sie mehr – und nun auch Fehler selbst punktgenau finden können.
„Das war beim ersten Mal so gut, das hat wirklich was gebracht“, sagt Gunnar. „Und das jetzt hat als Ergänzung ja nur Sinn. Das hier ist stark – deshalb werden wir ziemlich sicher auch noch für weitere Lehrgänge wiederkommen.“
Am Ende: Können, das trägt
Nach fünf Tagen hielten alle Teilnehmenden ihr HWK-Zertifikat in den Händen – egal ob sie aus Baden-Württemberg, Hessen, Sachsen, Nordrhein-Westfalen oder Berlin angereist waren. Und sie gingen mit etwas, das sofort einsetzbar ist: Wissen, Fähigkeiten und dem Dokument, das ihnen neue Möglichkeiten eröffnet.
Martin weiß nun genau, wie die Messtechnik funktioniert – und dort muss keiner mehr unnötig buddeln. Frank zieht künftig im Süden los, um Fehler im Kupfernetz aufzuspüren – gemeinsam mit seinem Kollegen Matthias. Auch zwei Teilnehmer der Stadtwerke Wuppertal kehrten mit frischem Wissen ins Bergische Land zurück. Und Stefan kann nun selbst messen – und sein neues Know-how im Betrieb weitergeben.
Nach der Prüfung sagte er: „Ich bin sehr erleichtert, dass ich es geschafft habe! Bin mit ’nem komischen Bauchgefühl in die Prüfung gegangen. Die Praxis ist super gelaufen – Theorie ist immer das Schwierigste. Aber ich habe es geschafft und bin sehr froh darüber.“
Und er fasst zusammen, was viele empfinden könnten: „Sehr weiterzuempfehlen, sehr lehrreich, ich hab’ sehr viel gelernt jetzt für meinen Beruf als Entstörer, über Kabelfehler: Ich weiß jetzt, wie ich an die Sachen rangehen muss und gehe jetzt mit breiterer Brust an die Fehler ran. Ich werde das Know-how jetzt in der Firma weiterverbreiten – dass die Kollegen mich fragen können – und werde natürlich auch die Schulung weiterempfehlen.“
Selbst zum Messtechnik-Experten werden
Genau darauf Lust? Die nächsten Termine für die Kupfer-Messtechnik-Kurse nach DIN EN 61935-1 der HWK an unserer tbd-Akademie stehen schon fest! Zwei Chancen gibt es dafür im nächsten Jahr.
20. bis 24. April 2026
19. bis 23. Oktober 2026.
Hier geht es direkt zur Buchung. Vielleicht treffen wir uns dort.
Auch Lust, wiederzukommen? Alle weiteren HWK-Seminare an unserer Akademie findet Ihr hier. Und auch unabhängig von der Kammer bieten wir ein breit aufgestelltes Programm: Interesse? Fragen? Einfach ansprechen! Wir stellen gern auch ein individuelles Schulungsangebot zusammen.









