Bei tbd glauben wir fest daran: Vielfalt macht uns stark. Insgesamt acht aus der Ukraine Geflüchtete haben sich unserer Berufsfamilie angeschlossen. Wir schaffen Arbeitsplätze, wollen dabei aber zugleich echte Perspektiven entwickeln – gemeinsam, respektvoll, mit einem offenen Ohr und mit Kollegen, an die sie sich mit Anliegen wenden können. Heute starten wir mit Olha – ihre Geschichte ist die erste von mehreren, die wir teilen werden. Und dies – erstmals in der Geschichte dieses Blogs – auf Deutsch und auf Ukrainisch.

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Serhii hat eine Frage, Olha hilft ihm beim Übersetzen.
Serhii hat eine Frage, Olha hilft ihm beim Übersetzen.

Noch vor einigen Jahren verließ Olha morgens ihre Wohnung in Riwne, um ins Zentrum der 250.000-Einwohner-Stadt zu fahren. Die liegt etwa 150 Kilometer von der ukrainisch-polnischen Grenze entfernt, gut 300 Kilometer westlich von Kyiv. Angekommen, schloss die Geschäftsführerin eines Freizeitbekleidungsgeschäfts ihre Filiale auf. Kümmerte sich um Bestellungen, gab Kunden Tipps, leitete zwölf Mitarbeitende. Sie hatte Personalwesen studiert, bereits größere Teams geführt.  

Dann bekam sie eine kleine Tochter, blieb im Mutterschaftsurlaub zuhause. Gerade als sie begonnen hatte, einen neuen Job für die Zeit danach zu suchen, brach der russische Angriffskrieg in ihr Leben. Von der belarussischen Grenze aus drangen Truppen ein, rückten vor. Aus Bedrohung wurde Panik. Und Olha traf mit ihrer Familie die schwierige Entscheidung, alles Aufgebaute hinter sich zu lassen, Freunde, Verwandte, Wohnung, Umfeld. Flucht. Ein Schritt, den niemand vorbereitet geht. 

An diesem Freitag hat Olha wieder ihre Wohnung verlassen – doch es ist eine völlig andere, in Wilhelmshaven. Und sie hat sich aufgemacht nach Friedeburg, zu unserem Hauptsitz: zum Deutsch-Sprachkurs. Statt ein Bekleidungsgeschäft zu leiten, arbeitet sie jetzt bei einem technischen Netzdienstleister: Sie unterstützt im Recruiting und begleitet die Kollegen im Einsatz, übersetzt, vermittelt.  

Lehrer Detlef (von links) im Gespräch mit Oleksandr, Oleksii, Dima und Serhii.
Lehrer Detlef (von links) im Gespräch mit Oleksandr, Oleksii, Dima und Serhii.

Inmitten Geflüchteter, die neue Chancen ergreifen 

Sieben Landsleute, die ebenso wie sie geflohen sind, sitzen mit ihr im Kursraum in unserer tbd-Akademie. Die meisten sind erst seit zwei oder drei Jahren in Deutschland. Vor dem Krieg haben sie beruflich etwa Lokomotiven gesteuert, Obst und Gemüse angebaut, Schuhe verschickt, die Einhaltung von Sicherheits- und Qualitätsregeln überwacht, Autos und Maschinen repariert, Lastwagen gesteuert, Bauteile verschweißt.  

Jeden Freitag kommen sie dort jetzt zusammen. Vier von ihnen sind nach einem einmonatigen Praktikum bei uns als Tiefbauhelfer eingestiegen – mit der Perspektive, sich zu vollwertigen Facharbeitern zu entwickeln. Die drei weiteren Geflüchteten ergreifen berufliche Chancen als Werkstoffprüfer bei uns.  

Vor ihnen, am Smartboard, steht Detlef Große – studierter Germanist, Lehrer für Deutsch als Fremdsprache. Er arbeitet für den Bildungsträger Ibis in Sande und soll ihnen gemeinsam die deutsche Sprache beibringen – mit klarem Fokus auf das, was sie auch beruflich benötigen: damit gerade auf der Arbeit der Einstieg leichter fällt und sie schneller ankommen. Acht Menschen, acht völlig unterschiedliche Lebensläufe. Zusammen versuchen sie, fernab der Heimat heimisch zu werden, beginnen beruflich neu, lernen eine für sie fremde Sprache, die sie sich nun mit spürbarem Willen erschließen. Dazu gehört auch: sich untereinander kennenlernen. Deshalb bittet Detlef alle unserer Kursteilnehmer, sich vorzustellen. Das tun alle, erzählen sich – in einfachen Worten, manchmal mit Unterstützung, voller Elan. 

Lehrer Detlef Große schreibt zentrale Begriffe ans Smartboard.

Zukunft, Stabilität und Perspektive geben 

Warum haben wir dieses besondere Projekt überhaupt aufgesetzt? Weil wir Potenzial sehen – und Chancen eröffnen möchten. Wer sein Land verlassen musste, hat genug verloren. Wir möchten Zukunft, Stabilität und Arbeit, die zählt zurückgeben – in unserer Berufsfamilie, die vielleicht eine neue Heimat im Kleinen werden kann.   

Viele Ukrainer möchten arbeiten, hoffen auf eine klassische Ausbildung für den Neuanfang: Doch gerade wenn es bei der Sprache noch hakt, können sie wichtigen Teilen des Unterrichts in der Berufsschule auf Deutsch nur zum Teil folgen und Zusammenhänge nicht begreifen. Und die Chance wächst, dass sie am Ende die kniffligen Prüfungen nicht bestehen. Wir öffnen diesen acht Menschen stattdessen schon jetzt den Weg in Arbeit, bilden sie berufsbegleitend weiter. So können sie direkt einsteigen, ihre Fähigkeiten einbringen, Geld verdienen, wachsen im Miteinander mit den Kollegen – statt um sprachliche Fortschritte ringend in Wartestellung zu verharren. 

Lernen im Miteinander im Job – nicht nur davor 

Warum das bei uns funktionieren kann? Weil wir den Beruf nicht voraussetzen, wir vermitteln ihn – und weil wir Jobs haben, die besonders sind, bei denen die Qualifikation berufsbegleitend über Praxis, Training und Zertifizierungen läuft, was Quereinstiege vereinfacht. Dies erfolgt im guten Miteinander mit den zuständigen Behörden – der Bundesagentur für Arbeit, den Jobcentern, dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge: pragmatisch, konkret: ein Sprachkurs bei uns im Haus, auf Sprache im Berufskontext zugeschnitten, und dort, wo es beruflich nötig ist, auch Förderung – etwa für den Führerschein.

Wir umgekehrt gehen in Vorleistung – finanziell und mit einem Vertrauensvorschuss: stellen die Mitarbeitenden für die berufsspezifischen Sprachkurse frei, haben alle mit unbefristeten Verträgen ausgestattet. Um unsere neuen Kollegen bestmöglich zu integrieren und begleiten, gibt es bei uns Olha als Unterstützerin. 

Was stört? Schlechtes Wetter. 

Um beruflich und menschlich ankommen und sich einbringen zu können, ist Sprache unverzichtbar. Darum sitzt Olha, die selbst fünf Sprachen spricht, gemeinsam mit ihren sieben Landsleuten im Sprachkurs, den Detlef Große seit vier Wochen jeden Freitag in unserer tbd-Akademie anbietet. Er fragt die Kursteilnehmer etwa, wie ihnen die ersten Wochen in den neuen Jobs gefallen haben. Dmytro erzählt, dass er hilft, Stromkabel zu verlegen. 

Detlef Große schreibt „das Kabel, das Rohr, die Leitung“ ans Smartboard. Alle schreiben die Vokabeln auf eigenen Zetteln mit. Dmytro sagt: „Mir gefallen die Kollegen. Arbeit ist gut. Ich möchte bleiben.“ Gefällt ihm auch etwas nicht? „Schlechtes Wetter. Regen.“ Gelächter.  

Oleksii erzählt davon, dass er in der Ukraine eine Ausbildung zum Landwirt absolviert hat, dass er zuletzt in einer Fabrik, die PVC-Tischplatten herstellt, gearbeitet hat. Anlagenbediener und Produktionsleiter war er, auch als Berufskraftfahrer hat er schon gearbeitet. Jetzt ist er Prüfhelfer in der Zerstörungsfreien Werkstoffprüfung (ZfP) bei uns. Bringt Filme über Schweißnähten an Stahlrohren an, hilft mit sie zu durchstrahlen. Macht sich auf den Weg vollwertiger Werkstoffprüfer zu werden. “Die Arbeit macht mir großen Spaß”, sagt er. “Die Kollegen sind toll. Es sind immer neue Aufgaben. Es ist etwas ganz anderes als in der Ukraine. Aber hier möchte ich mich weiterentwickeln.” 

Oleksii (links) und Dima folgen dem Unterricht.
Oleksii (links) und Dima folgen dem Unterricht.

Wechselseitige Freude in der Werkstoffprüfung

Das Schöne: Die Freude ist wechselseitig. Stefan Bauer, Projektleiter in der ZfP, sagt: „Egal, welchen unserer Prüfer man fragt: Alle kommen super mit Oleksii klar. Er ist interessiert, pünktlich, packt an, leistet tolle Arbeit. Von Mal zu Mal werden seine Deutschkenntnisse besser. Will machen, verstehen. Er macht sogar privat noch einen zusätzlichen Deutschkurs.“ Auch ZfP-Projektleiter Michael Ruf sagt: „Oleksii ist ein ganz toller Kerl. Und so skeptisch mancher von uns vielleicht anfangs war, wie schwierig es mit wenig Sprachkenntnissen am Anfang sein könnte, sind wir von ihm wirklich eines Besseren belehrt worden. Eine sehr positive Überraschung.“

Im Sprachkurs sagt auch Serhii, dass es ihm gefällt. Er stockt etwas beim Sprechen. Olha beugt sich leicht vor, flüstert ihm zwei Wörter zu. Serhii nickt, setzt neu an. Ihm missfällt die Dunkelheit. Aber alle sagen, wie froh sie über eine konkrete berufliche Perspektive sind – bei der sie im Job weiter Deutsch lernen, sich weiterentwickeln, Geld verdienen können und eine konkrete Chance haben, etwas zu tun. Auch wenn sie alle sich vor dem Krieg einen völlig anderen Lebenslauf vorgestellt hatten.  

Um anzukommen, packen die Ukrainer jetzt in Rohrgräben und bei Schweißnaht-Prüfungen mit an – und lernen und notieren jeden Montag und Freitag neue Vokabeln, die Detlef vorn ans Smartboard schreibt. Auch Olha, die auch im Berufsleben hilft zu übersetzen – wann immer sie gebraucht wird. Die sich weiter reinkniet, um besser zu werden. Und weil sie sagt: „Das Sprechen geht inzwischen gut, auf Dauer möchte ich aber auch fehlerfrei schreiben – um dauerhaft bei tbd im Büro arbeiten zu können.“ Insbesondere dann, wenn hoffentlich all ihre Kollegen unseres besonderen Pilotprojekts toll integriert sind. Daran arbeiten alle gemeinsam. Vorerst jeden Freitag beim Sprachkurs, wo dann Wörter wie „Kabel“ und „Rohr“ am Smartboard stehen – und an allen weiteren Werktagen draußen, mit den Kollegen. An neuen Orten, von deren Existenz sie vor Jahren nicht mal geahnt hatten. 

Разом створюємо майбутнє: інтеграція українських колег у tbd

У tbd ми твердо віримо: різноманітність робить нас сильнішими. Тому ми активно підтримуємо адаптацію та інтеграцію наших нових колег з України. Для нас це означає не лише створення робочих місць, а й реальні перспективи – з командним духом, повагою та відкритістю до індивідуальних потреб. Ми хочемо дати вам уявлення: у перші місяці ми інтенсивно супроводжували наших українських колег та їхніх наставників. Сьогодні починаємо з Ольги – її історія стане першою з кількох, які ми поділимося.

Раніше в Україні Ольга щоранку виходила зі своєї квартири в Рівному, щоб поїхати в центр міста з населенням 250 тисяч. Воно розташоване приблизно за 150 км від українсько-польського кордону, близько 300 км на захід від Києва. Приїхавши, керівниця магазину спортивного одягу відкривала свою філію. Дбала про замовлення, консультувала клієнтів, керувала дванадцятьма співробітниками. Вона вивчала управління персоналом, вже мала досвід керівництва великими командами.
Потім у неї народилася донька, вона залишилася вдома у декреті. Щойно почала шукати нову роботу – у її життя увірвалася війна. З білоруського кордону вторглися війська, просувалися вперед. Загроза переросла в паніку. І Ольга разом із родиною ухвалила важке рішення залишити все: друзів, родичів, квартиру, звичне життя. Втеча. Крок, до якого ніхто не готовий.

Цієї п’ятниці Ольга знову залишила свою квартиру – але тепер зовсім іншу, у Вільгельмсгафені. І вирушила до Фрідебурга, до нашого головного офісу: на курс німецької мови. Замість керувати магазином одягу, вона тепер працює у технічній мережевій компанії: допомагає у проєктному менеджменті з рекрутингу, підтримує операційні підрозділи, перекладає, консультує, супроводжує.

Вчитель Детлеф (зліва направо) розмовляє з Олександром, Олексієм, Дімою та Сергієм.

Серед біженців, які отримують нові шанси

Сім її співвітчизників, які також втекли від війни, сидять із нею в аудиторії нашої академії tbd. Більшість із них у Німеччині лише два-три роки. До війни вони працювали машиністами локомотивів, вирощували овочі та фрукти, відправляли взуття, контролювали дотримання правил безпеки та якості, ремонтували автомобілі та машини, керували вантажівками, зварювали деталі.
Тепер щоп’ятниці вони збираються разом. Чотири з них після місячного стажування почали працювати у нас помічниками на будівництві – з перспективою стати кваліфікованими робітниками. Ще троє отримали шанс у сфері контролю матеріалів.

Перед ними, біля смартборду, стоїть Детлеф Гроссе – філолог, викладач німецької як іноземної. Він працює в освітньому центрі Ibis у Санде та навчає їх мови з акцентом на професійні терміни – щоб полегшити старт у роботі. Вісім людей, вісім різних життєвих шляхів. Разом вони намагаються знайти себе далеко від дому, почати нову кар’єру, опанувати чужу мову.

Чому ми запустили цей проєкт?

Бо бачимо потенціал – і хочемо дати шанс. Ті, хто змушений був покинути країну, вже втратили надто багато. Ми хочемо повернути їм майбутнє, стабільність і роботу, яка має значення – у нашій професійній родині, що може стати маленькою новою домівкою.

Багато українців хочуть працювати, сподіваються на класичне навчання для нового старту. Але коли знання мови ще слабкі, вони не можуть повністю зрозуміти матеріал у професійній школі. Зростає ризик, що вони не складуть складні іспити. Ми відкриваємо їм шлях до роботи вже зараз, навчаючи паралельно. Так вони можуть одразу почати, заробляти, розвиватися разом із колегами – замість чекати мовного прогресу.

Навчання у процесі роботи – а не лише до неї.

Це працює, бо ми не вимагаємо готової професії – ми її даємо. І тому, що  види робіт, які ми виконуємо, настільки специфічні, що для них немає класичної освіти. Ми діємо у співпраці з державними органами – агентством зайнятості, центрами працевлаштування, відомством у справах міграції та біженців. Де потрібні водійські права – їх фінансують. Є стартові субсидії. І важливо: мовні курси для роботи також оплачуються.
Ми, зі свого боку, робимо аванс – фінансово та з довірою: надаємо безстрокові контракти, а час мовних занять оплачуємо, як робочий. А щоб інтеграція була максимально успішною, у нас є Ольга як координаторка – і курс у нашому офісі.

Що не подобається? Погана погода.

Щоб професійно та особисто інтегруватися, мова – ключ. Тому Ольга, яка знає п’ять мов, щоп’ятниці сидить на курсі разом із сімома співвітчизниками, де викладає Детлеф Гроссе. Він питає: « Як вам перші тижні на роботі ?». Дмитро каже, що допомагає прокладати кабелі.
Детлеф пише на дошці: «кабель, труба, лінія». Усі записують слова. Дмитро каже: «Мені подобаються колеги. Робота хороша. Хочу залишитися». Що не подобається?  «Погана погода. Дощ». Сміх.


Олексій розповідає, що в Україні навчався на агронома, працював на фабриці, яка виробляла ПВХ-стільниці, був оператором обладнання та керівником виробництва, також водієм. Тепер він помічник у контролі матеріалів у нас. Каже: «Робота подобається. Колеги чудові. Завжди нові завдання. Це зовсім інше, ніж в Україні. Але я хочу розвиватися».


Сергій теж каже, що йому подобається. Коли він вагається, Ольга тихо підказує два слова. Сергій киває, продовжує. Йому не подобається темрява. Але всі раді, що мають реальну перспективу – працювати, вчитися, заробляти. Навіть якщо колись уявляли зовсім інший шлях.

Щоб інтегруватися, вони тепер працюють у траншеях і на перевірках зварних швів – і щоп’ятниці вчать нові слова, які пише Детлеф. Ольга теж вчиться – бо каже: «Говорити вже добре, але хочу писати без помилок – щоб працювати в офісі». Особливо коли всі колеги з нашого пілотного проєкту будуть успішно інтегровані. Над цим працюють усі разом. Поки що – щоп’ятниці на курсі та щодня на роботі. У місцях, про які кілька років тому вони навіть не знали.

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Ви також хочете стати частиною нашої професійної родини та працювати у нас? Під наступними зображеннями ви знайдете презентації про нашу компанію та три професії, за якими ви можете у нас працювати.

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