
Wenn man so will, ist Aurich fast so groß wie Stuttgart und Hannover. Doch wer an die Stadtgrenzen gelangt, merkt schnell: Das gilt nur für die Fläche der Stadt. Einsam ist es dort, und inmitten der ländlichen Idylle zeigt sich ein Bild, das aus großen Teilen Deutschlands schon verschwunden ist: Telekommunikationskabel baumeln dort weiterhin entlang der Strecke immer wieder von Telefonmast zu Telefonmast, einige Meter hoch über den Straßenrändern. Dies ist auch in Brockzetel so, dem südöstlichsten Stadtteil Aurich. Wald, Wiesen, 18 Einwohner pro Quadratkilometer.
Auf einem Teil der Strecke entlang der Brockzeteler Straße wandelt sich das Bild jetzt – und unsere Kollegen sind dafür im Einsatz: Die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr lässt in Kürze einen Radweg entlang der stark befahrenen Ausfallstraße bauen – insgesamt sechs Kilometer lang, von Middels bis Brockzetel.
Nun sind die Masten auf insgesamt etwa 1,6 Kilometer Strecke an mehreren Passagen im Weg: insbesondere dort, wo der Radweg verschwenkt wird und näher an die Fahrbahn rückt. Deswegen verlegen unsere Kollegen ein neues Erdkabel. Sobald alle Muffen gesetzt und alle Häuser neu angeschlossen sind, kann die oberirdische Linie abgehängt werden und können auch die Masten aus der Erde geholt werden.
In der Drei-Mann-Kolonne geht es vorwärts. Vorn etwa nagt Hermann mit dem Kübel seines Minibaggers den Graben aus dem Grund, exakt entlang der vorgegebenen Trasse. Hinter ihm prüft Thomas mit Gliedermaßstab und Schaufel die Tiefe des Grabens, baut das Kabel ein, deckt es mit der Schippe an und verlegt Trassenwarnband darüber. Und dahinter folgt Frank mit dem zweiten Minibagger, um den frisch ausgehobenen Graben direkt wieder feinsäuberlich zu schließen.
Meter um Meter wandert die Baustelle. Wo nötig, bauen die Kollegen neue Muffen. Und damit die Baustelle sicher bleibt und der vorbeidonnernde Verkehr rechtzeitig gewarnt und gebremst wird, klettert Thomas immer wieder aus dem Graben, versetzt Schilder und Baken.
Immer wieder kommt Verstärkung hinzu. Dann rollt etwa Bernd heran mit der Horizontalbohrmaschine, um dem Telefonkabel einen Tunnel zu bahnen – unter Feldwegen und anderen Fahrbahnen hindurch. Neben dem Telefonkabel, das immer wieder von der Trommel abgerollt wird, zieht eine Winde hier auch Schutzrohre fürs Kabel durch den Bohrkanal.
Damit die Leitungen sicher unter der Erde liegen, wenn die Baumaschinen für den Radweg anrollen – auf dass danach auch die Radfahrer umso sicherer sind.







