Es hört nicht auf. Und erneut sehen wir Anlass zu warnen – vor einem Angebot, über das wir uns mindestens wundern – und das uns bei einer allzu eiligen Unterschrift 7840 Euro inklusive Mehrwertsteuer hätte kosten können. Wir informieren darüber, weil wir vermuten, dass weitere Unternehmen und Menschen ähnliche Mails bekommen haben – und dadurch möglicherweise Geld verlieren könnten. Die IHK Düsseldorf hat vor ähnlichem Vorgehen schon gewarnt und spricht von einer „Vertragsfalle“.

Im Anschreiben heißt es:

„Sehr geehrte Damen und Herren,

wie gewünscht, übersenden wir Ihnen anbei Ihren Werbevertrag (läuft automatisch aus und bedarf dann keiner Kündigung mehr) als PDF.

Wir bitten Sie, das Dokument zu unterschreiben, mit Ihrem Firmenstempel zu versehen und uns anschließend unterschrieben zurückzusenden.

Bei Fragen stehen wir Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung.“

Von Fragen an den oder die Absender werden wir absehen, auch wenn wir eine ganze Reihe davon hätten. Und dass wir diesen Wunsch gehabt haben sollen, diesen „Werbevertrag“ übersendet zu bekommen, ist uns völlig neu. Von der Firma, die angeblich WerbeWerk Werbe- & Printmedien Agentur heißt und in Bad Kreuznach sitzen soll, haben wir noch nie gehört – und über sie auch bei Internet-Recherchen nichts herausfinden können.

Angehängt an die Mail ist ein PDF: Darin ist unser Logo eingeklebt, ergänzt um die Adresse unserer Homepage und einen QR-Code.

Von uns haben die Absender der Mail diese eigenwillige Form unseres Logos nicht erhalten.

Und was wollen uns die Absender überhaupt liefern, auch wenn wir gar nichts bestellt haben? Das verrät das Kleingedruckte: Angeblich 500 Info-Flyer im DIN-A5-Format „zu verschiedenen Themenbereichen“, die viermal jährlich über zwei Jahre „an mindestens zehn Verteilerstellen im vereinbarten Postleitzahlengebiet“ – in unserem Fall in der Gemeinde Friedeburg – ausgelegt würden. Kostenpunkt pro Auflage: 599 Euro plus 124,53 Euro Satz- und Gestaltungskosten plus 100 Euro Farb- und Druckkosten. All das plus Mehrwertsteuer. Macht in Summe am Ende 7840 Euro.

Das Vorgehen jedenfalls erinnert deutlich an eine Kontaktaufnahme, die uns vor anderthalb Jahren ins Haus geflattert ist, und bei der wir ebenfalls schon vor möglichen Betrugsversuchen gewarnt haben.

Damals wie jetzt erinnert das Vorgehen an eine Masche, die die IHK auch „Formularfalle“ nennt. Sie warnt davor: „Häufig werden trickreich gestaltete Vertragsangebote oder Scheinrechnungen (…) verschickt. (…) Auch gibt es immer häufiger Fälle von gänzlich erfundenen Firmen oder Institutionen ohne Kontaktangaben.“

Weil wir befürchten, dass auch andere Unternehmen und Menschen gar nicht den Wunsch hatten, diesen „Werbevertrag“ übersandt zu bekommen und ebenso wenig den Wunsch hegen, knapp 8000 Euro für Info-Flyer zu „verschiedenen Themenbereichen“ auszugeben, warnen wir. Damit möglichst niemand zu Schaden kommt.

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