Salina (von links), Janto und Haylie ziehen das "Jugendfeuerwehrauto", mit dem die jungen Einsatzkräfte unter anderem Getränke & Co. auf Wettkämpfen oder Zeltlagern transportieren.
Salina (von links), Janto und Haylie ziehen das „Jugendfeuerwehrauto“, mit dem die jungen Einsatzkräfte unter anderem Getränke & Co. auf Wettkämpfen oder Zeltlagern transportieren.

Wie ein kilometerlanger Feuerwehrschlauch zieht sich die Horster Hauptstraße durch die zweitgrößte Ortschaft der Gemeinde Friedeburg. Und am Rande dieser Straße rollen gut zwei Dutzend Jugendliche regelmäßig eigene Schläuche aus, üben Handgriffe, proben Abläufe, rufen sich Kommandos zu: Jede Woche trifft sich die Jugendfeuerwehr in Horsten rund ums Feuerwehrhaus, um mit Spaß an der Sache Löschangriffe zu proben, zu erfahren, wie man richtig absichert, Brandschutz ganz praktisch zu lernen – und anzupacken, um zu wissen, wie man richtig rettet und birgt. Zwischendurch setzen sie auch mal Schleifgeräte an und bringen Zubehör für Wettbewerbe in Schuss, oder kümmern sich im Herbst darum, dass die Hydranten im Umkreis in Ordnung sind. Und sie lernen früh erste Hilfe zu leisten.

Um die Jugendarbeit zu unterstützen, haben wir dem Förderverein der Feuerwehr in Horsten 1500 Euro vom Konto unserer Aktion Glückscent gespendet. Den symbolischen Scheck hat unser Betriebsratsmitglied Christian Löschen, selbst Feuerwehrmann, stellvertretend überreicht.

Die Grundausstattung erhält die Jugendfeuerwehr von der Gemeinde Friedeburg. „Doch es gibt immer einiges, das wir den Jugendlichen gern ermöglichen“, sagt Renke Mönck, 2. Vorsitzender des Fördervereins der Feuerwehr in Horsten. „Für unsere Zeltlager brauchen wir diverses Material, auch für die Ausbildung und Wettbewerbe gibt es Utensilien, die wir immer wieder benötigen. Und für Ausflüge, wenn wir etwa Eis essen gehen, Minigolf spielen, unterstützen wir vom Förderverein das auch gern.“

Christian Löschen (Mitte), Betriebsrat bei tbd und selbst Feuerwehrmann, übergab die Spende an die Mitglieder des Fördervereins und die Mitglieder der Jugendfeuerwehr.
Christian Löschen (Mitte), Betriebsrat bei tbd und selbst Feuerwehrmann, übergab die Spende an die Mitglieder des Fördervereins und die Mitglieder der Jugendfeuerwehr.

Feuerwehr als Herzmuskel des Soziallebens

Seit 2012 gibt es die Jugendfeuerwehr in Horsten. Und eine der ersten, die seinerzeit dabei mitgemacht haben, ist längst selbst engagiertes aktives Mitglied der Feuerwehr und leitet heute die Jugendlichen an: Anouschka Mönck, Recruiterin bei uns bei tbd. Auch ihr Stellvertreter, Nico Meinhardt, ist bei uns im Einsatz – als Werkstoffprüfer.  Und hat auch selbst die Jugendfeuerwehr durchlaufen.

Gerade in kleinen Dörfern ist die Feuerwehr oft ein Herzmuskel des Soziallebens. Sie rückt aus, wenn es brennt, Keller volllaufen, Bäume auf Straßen stürzen. Aber das Miteinander darin stärkt das Dorf auch, wenn gerade nichts passiert. Bei Festen, Übungen, Laternenumzügen, Zeltlagern, Wettbewerben, gemeinsamen Abenden. Kinder wachsen dort in eine Kultur hinein, die sagt: Wir stehen zusammen, packen an, kümmern uns.

„Toll zu sehen, wie früh sich bei uns echter Zusammenhalt bildet“

„Es ist wirklich toll zu sehen, wie früh sich bei uns echter Zusammenhalt bildet. Und wie sie daran wachsen und dranbleiben“, sagt Renke Mönck. „Früher drohte auch uns die Überalterung. Inzwischen haben wir bei rund 45 Aktiven in der Wehr einen Altersschnitt von etwa 33 Jahren. Das freut uns, und es zeigt, dass das Angebot gut ankommt. Man muss natürlich auch hinterher sein, aber das sind wir gern.“

Salina (14) sagt: „Das Vorbereiten auf Einsätze und gerade, dass wir als Team zusammenhalten und Dinge gemeinsam anpacken, macht Spaß.“ Haylie (12) sagt: „Das Miteinander mit den Betreuern ist super. Die sind cool.“ Und Janto (13) gefällt „die Vielseitigkeit“.

Natürlich geht es im Kern immer wieder um die Vorbereitung klassischen Feuerwehraufgaben löschen, retten, bergen. „Es geht aber auch um Spiel, Spaß und Spannung“, sagt Nico Meinhardt. „Zeltlager, Ausflüge und mehr.“ Anouschka Mönck sagt: „Es macht unglaublich viel Spaß zusammen mit den Jugendlichen. Und sie so realitätsnah wie möglich auf die späteren Einsätze vorzubereiten, besonders.“

Mit Natascha Gellings engagiert sich sogar noch eine dritte Kollegin von uns dort in der Jugendfeuerwehr – als Kleiderwartin kümmert sie sich um alles, was die Bekleidung der jungen Leute betrifft. Und sie sagt: „Es ist schön zu sehen, wie gern die Kinder kommen. Es sind fast immer alle da. Nur wenn ein unverrückbarer Termin oder Krankheit dazwischenkommen, fehlt mal jemand. Fast alle sind schon vor der Zeit da und können kaum abwarten, dass es losgeht. Und das ist doch ein gutes Zeichen.“

Bürgermeister lobt die Unterstützung

Helfried Goetz, Bürgermeister der Gemeinde Friedeburg, sagt: „Dass sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Firma TBD gemeinsam für die Kinder- und Jugendfeuerwehren in unserer Gemeinde einsetzen, ist ein großartiges Zeichen gesellschaftlicher Verantwortung. Für dieses Engagement danke ich allen Beteiligten ausdrücklich und von Herzen. Es ist keineswegs selbstverständlich, einen Teil des eigenen Gehaltes für einen guten Zweck zu spenden. Genau diese Bereitschaft zeigt aber, wie stark Zusammenhalt und Verantwortung auch über den Arbeitsplatz hinaus gelebt werden können. Unsere Kinder- und Jugendfeuerwehren leisten weit mehr, als nur den Feuerwehrnachwuchs zu sichern – auch wenn genau das für die Zukunft des Brandschutzes in Friedeburg von enormer Bedeutung ist.

Die Kinder und Jugendlichen „erleben in den Kinderfeuerwehren, wie schön Zusammenhalt sein kann. Sie knüpfen Freundschaften, entwickeln Selbstvertrauen und wachsen Schritt für Schritt in eine starke Gemeinschaft hinein. Die Jugendfeuerwehren fördern darüber hinaus Teamfähigkeit, Engagement und Hilfsbereitschaft – Eigenschaften, die weit über den Feuerwehrdienst hinaus für das ganze Leben prägen“.

Deshalb sei jede Unterstützung für die Kinder- und Jugendfeuerwehren „zugleich eine Investition in die Zukunft unserer Gemeinde und in die Entwicklung junger Menschen. Die Spendeninitiative der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Firma TBD verdient dafür große Anerkennung und aufrichtigen Dank“, sagt Goetz.

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