
Der Kernbohrer kreischt, wo später Waschbecken hängen sollen, als Ralf ihn punktgenau durch die Wand drückt. Im Nebenraum, dort, wo Toilettenspülungen später rauschen, quetscht Aron ein Rohr. Ein paar Meter weiter zieht ein Lukas Schrauben an Spülkästen fest, die später unter Putz verschwinden.
Wenn man so will, wird im Kreis Wittmund gerade an der Zukunft der Zukunft gebaut: Die Außenstelle Esens der Berufsbildenden Schulen wird umgebaut, modernisiert und erweitert. Vier zusätzliche Klassenräume und ein Multifunktionsraum entstehen in einem neuen Anbau, auch das bestehende Gebäude wird erneuert.
Enges Zusammenspiel der Gewerke
Der Rohbau steht bereits, auf der Baustelle greifen die Abläufe ineinander. Zeitgleich dichten Arbeiter den Betonboden im Erdgeschoss ab, montieren Fenster, verlegen Stromkabel, bauen Küchenzeilen auf. Mittendrin: die Kollegen unseres Geschäftsfelds Haustechnik Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik – und die Herausforderung, neue Technik in bestehende Strukturen einzufädeln. Und wo jetzt noch nackter Beton und Stein aufragen, Staubwolken ziehen und Baumaschinen lärmen, sollen später junge Leute ein gutes Lernklima haben.
Unser Team – Aron, Lukas, Ralf und viele mehr – sorgt dafür, dass später alles funktioniert, was im fertigen Gebäude kaum noch jemand sehen, aber spüren wird. Es schafft die Grundlage für Wärme und fließendes Wasser: im Bestandsgebäude ebenso wie im Neubau, in den Sanitärräumen ebenso wie in der Lehrküche des Standorts.
Komplexe Heizkreisverteilung: Alte und neue Technik spielen zusammen
In den vergangenen Monaten haben unsere Kollegen bereits das Heizsystem im Bestandsgebäude grundlegend erneuert. Zwei Wärmepumpen mit jeweils 25 Kilowatt Leistung sind inzwischen auf der Rückseite des Gebäudes installiert und angeschlossen. Im Heizungskeller war Millimeterarbeit gefragt: Hoch- und Niedertemperaturspeicher mussten präzise an ihren Platz bugsiert werden.
Anschließend hat das Team Speicher und Wärmepumpen in den bestehenden Heizkreislauf eingebunden. Unser Kollege Aron hat dafür spezielle Rohrbögen konstruiert, damit die Wärme besser zirkuliert und möglichst wenig Leistung verloren geht. Der vorhandene Heizkessel bleibt für Lastspitzen in Betrieb.
Quer durch die Gebäude haben unsere Leute neue Leitungen verlegt und auch die Lüftungsanlage im Altgebäude an die neue Wärmeversorgung angebunden, so dass alte und neue Technik zusammenspielen.
Aktuell wird in einem Bestandstrakt die Küche erneuert. Auch dort übernimmt unser Team die Frischwasserversorgung. Das Wasser kann über 13,5-kW-Durchlauferhitzer auf bis zu 60 °C erwärmt werden.
Fußbodenheizung und moderne Sanitäranlagen im Neubau
Parallel laufen die Arbeiten im Neubau. Dort verlegen unsere Kollegen die Rohre für die Fußbodenheizung. „Die niedrige Vorlauftemperatur ist dafür ideal“, sagt Erhard Wagener, Heizungsbauermeister und Projektleiter bei uns. Außerdem installieren sie Unterputz-Spülkästen, Anschlüsse für Toiletten und Waschbecken sowie Frisch- und Abwasserleitungen. Auch die neue große Lüftungsanlage auf dem Dach wird ins neue Heizsystem integriert.
Und wenn später alles vorbereitet ist, wenn Leitungen, Anschlüsse und Technik unter Putz, Estrich und Verkleidungen verschwunden sind, ist unsere Arbeit fast unsichtbar geworden – aber entscheidend ist ja, wie gut sie wirkt und für Wohlfühlen sorgt. Und dann machen wir weiter. Denn auch im weiteren Bestand soll noch modernisiert werden. Damit die Zukunft dort in Zukunft ein Klima vorfindet, in dem es sich gut lernen lässt.

















