
Ole blüht auf. Schon beim ersten Kennenlernen, am Morgen des „Zukunftstags“, fachsimpelt der Elfjährige über Stempel, Grabenraumlöffel und Tieflöffel unseres neuen Hitachi-Baggers. Zückt beim Gang übers Firmengelände immer wieder das Handy, um Zugmaschinen, Lastwagen – „so einen fährt mein Papa“ –, Bagger, Radlader zu fotografieren. Und er ballt die Faust vor Freude, als er erfährt, dass er auch noch mit dem Minibagger manövrieren darf. Einem Elektro-Minibagger. „Ich hab‘ schon auf 21-Tonnern über den Deich fahren dürfen, hab auf einer Bau-Messe schon mit Drei zum ersten Mal auf einem Bagger gesessen“, erklärt er.
Ole ist eins von knapp 20 Kindern und Jugendlichen von der 5. bis zur 9. Klasse, die sich in diesem Jahr für den Zukunftstag bei uns angemeldet haben, um als neue Kolleg:innen für einen Tag unser Unternehmen kennenzulernen. Und während ein halbes Dutzend von ihnen draußen einen ganzen Tag auf Baustellen und im Zählerwechsel den Arbeitsalltag miterleben, nimmt ein weiteres Dutzend – sechs Jungs, sechs Mädchen –an unserer Standort-Rallye voller Mitmach- und Ausprobier-Stationen teil. Die haben wir erstmals so organisiert. Und der Spaß, den die Kinder und Jugendlichen hatten, spricht für sich.
Frisch gestärkt in die Abenteuer
Bevor’s so richtig losging, gab’s ein gemeinsames Frühstück, konnten unsere neuen Kolleg:innen sich eigene Mitarbeiterausweise basteln, bekamen – wie es sich für Neuzugänge gehört – eine knackige Sicherheitsunterweisung und konnten sich am Ende eines ersten Rundgangs übers Firmengelände bei uns im Lager ihre persönliche Sicherheitsausrüstung für den Tag abholen: Schutzbrillen, Arbeitshandschuhe, Warnwesten, die brauchte nur einer nicht: Baumaschinen-Experte Ole war direkt in eigener Arbeitsjacke gekommen.

Und nun ging’s los. Gemeinsam mit unserem Haustechnik-SHK-Azubi Jannick konnten die Kinder Kupfer- und Alu-Verbund-Rohre biegen – was im Arbeitsalltag wichtig ist, wenn Heizungsrohre Hindernisse umkurven müssen. Parallel zeigte unser Projektleitungs-Trainee Johann, wie man ein Wasserrohr unter Druck anbohrt, ohne dass das kühle Nass durch die Gegend spritzt, und bei unserem angehenden Bauzeichner Joseph konnten die Kinder lernen und ausprobieren, wie Profis Baupläne richtig falten.


Von unterirdischen Schatzsuchen und schmelzendem Lötzinn
Bis zu 300° C heiß glühten die Spitzen von Lötkolben nebenan, und Amalia sagte: „Das ist ja Kochschinkentemperatur“ und lachte. Während sie bislang mit Lötkolben schonmal Muster in Holz gebrannt hatte, durfte sie jetzt wie alle anderen Kinder Lötzinn schmelzen gemeinsam mit unserem Ausbildungs-Koordinator Jan-Christoph Kondensatoren, integrierte Schaltkreise und andere Komponenten auf eine Platine löten, um sich eine eigene Ampel mit eigener Ampelschaltung zu bauen und später mit nach Hause nehmen zu können. „Löten ist super, ich glaub, ich will später einen Job, in dem ich auch löten darf“, sagt Amalia. Und Ben schwingt das Gerät besonders souverän und sagt: „Das macht mein Vater auch, der ist Glasfaser-Messbauführer“
Und wer nicht wie sie gerade lötete, zog mit unserem Elektrotechnik-Meister Andree aus unserer Telekom-Abteilung los, um Glasfaser-Kugelmarker und Kabelfehler zu suchen, die entlang unserer unterirdischen Teststrecke verbuddelt sind. „Das ist ja ein bisschen wie Schatzsuche“, sagte Emma.
Einsätze hautnah erleben
Währenddessen waren andere Kinder längst in ganz Ostfriesland und darüber hinaus unterwegs, im Einsatz: isolierten Adern ab, um mitzuhelfen, auf einer Baustelle ein kaputtes Telekom-Kabel zu reparieren, unterstützten beim Pflastern, brausten von Kunde zu Kunde, um Zähler zu tauschen, waren ganz nah dabei, wenn Wasserrohre geschweißt wurden oder erlebten direkt in unserem Lager, wie das Material geordnet und verteilt wird, damit es an die richtigen Einsatzorte kommt.

Wer auf der Rallye so viel erlebt und gemacht hat, kriegt Hunger. Deshalb gab es in der Mittagspause Pizza für alle.

Und damit gestärkt, starteten die Kinder in die abschließenden Abenteuer: Schließlich hatten Laborleiter Lars und Rena noch einiges in petto, um zu zeigen und erleben zu lassen, was unsere Kollegen in der zerstörungsfreien Werkstoffprüfung alles tun: Die Kinder konnten mit einem Ultraschall-Prüfkopf ein Metallstück untersuchen und herausfinden, was für eine Form wir in die Unterseite gefräst haben. Sie konnten mit einer Kamera-Teleskopsonde in eine „Black Box“ schauen, in der sich ein mysteriöser Lego-Figuren-Autounfall ereignet hatte, und darin einen versteckten Buchstaben für ein Codewort suchen.
Sie konnten sich unter UV-Licht wie Augen leuchtende Testkörper für Magnetpulver-Suspensionen anschauen, plötzlich aufschimmernde Risse entdecken und das bei Tageslicht unsichtbare Codewort sichtbar machen. Um das Ganze abzurunden, zeigte Lars den Rallye-Teilnehmenden auch noch, wie die Laborwagen von innen aussehen, in denen die Aufnahmen entwickelt werden, die unsere Kolleg:innen von Schweißnähten an großen Stahlteilen machen – auf klassischem Film und digital.

Endlich baggern!
Und dann war da ja auch noch das Minibaggern, das Joachim von unseren zentralen Diensten den Kindern zeigte. Oder in einem Fall auch nicht erklären brauchte. Ole wusste schließlich schon Bescheid. Und sagte später: „Elektro-Minibagger fahren ist noch viel besser als Diesel. Vibriert nicht so stark, und es ist viel leiser, man muss nicht so schreien, wenn man sich verständigen will.“
Und während nun auch Emma und Amalia auf den Minibagger kletterten, fachsimpelte er mit Sebastian aus seiner Gruppe über Baumaschinen, Radlader und andere technische Geräte. Sebastian jedenfalls war sich am Ende sicher: „Ich möchte hier gern eine Ausbildung machen.“ Und auch die anderen Kinder waren durch die Bank begeistert. Wir freuen uns jedenfalls, wenn es ein Wiedersehen gibt – ob für ein Praktikum, eine Ausbildung oder erstmal im nächsten Jahr erneut für einen Zukunftstag. Nur eine Sache hat Ole dabei in diesem Jahr bei der Rallye gefehlt: „Ich wäre echt gern auf eine Baustelle gefahren.“ Das geht natürlich auch. Vielleicht beim nächsten Zukunftstag, diesmal draußen im Einsatz – direkt dort, wo wir daran arbeiten, die Netze zu modernisieren.






































