Aller Einstieg ist quer – zumindest immer wieder, wenn es um unsere Werkstoffprüfer geht. Ein Beruf, bei dem man beim heiteren Beruferaten im Morgenradio gute Chancen hat, den Kaffeebecher zu gewinnen: zu selten, zu technisch, zu speziell. Und doch unverzichtbar, wenn es um die Sicherheit von Anlagen, Schweißnähten und Leitungen geht.

Werkstoffprüfer ist ein klassischer Ausbildungsberuf – aber wer sich auf zerstörungsfreie Prüfverfahren spezialisiert, wächst hinein auf einem anderen Weg: berufsbegleitend, Schritt für Schritt, angeleitet und im Tun. Handgriffe begreift man durch das Machen – und versteht mit der Zeit, was dahintersteckt: wie Prozesse wirken, welche physikalischen Prinzipien greifen und wie man präzise und sicher zu verlässlichen Ergebnissen gelangt.

Vom Einsteiger zum Meister in drei Stufen

Erfahrene Kolleginnen und Kollegen geben ihr Wissen weiter, und ein klar geregeltes System weist den Weg: die Zertifikate der Deutschen Gesellschaft für Zerstörungsfreie Prüfung (DGZfP). Sie gliedern sich in drei Stufen – Lehrling, Geselle, Meister, wenn man so will. Nur wer zertifiziert ist, darf prüfen – ob in der Radiografie (RT), der Ultraschallprüfung (UT), der Magnetpulverprüfung (MT) oder Sichtprüfung (VT).

Sechs unserer Kolleginnen und Kollegen haben diesen Schritt vor einiger Zeit gemeistert: Dmitri, Hauke, Hussein, Kostja, Roland und Timo. Alle haben den RT1-Lehrgang bestanden – und damit den Grundstein gelegt, um künftig eigenständig Prüfungen durchführen zu können.

Zwei Wochen lang vermittelte Markus Helg, Dozent und Experte des Bildungsträgers PIBS, an unserem Standort in Friedeburg das theoretische Fundament und die physikalischen Grundlagen der Durchstrahlungsprüfung.

In unserer hauseigenen tbd-Akademie vertieften die Teilnehmenden ihr Wissen Schicht für Schicht: Wie funktioniert eine Röntgenröhre? Wo entsteht Strahlung? Welche Aufgaben übernehmen Anode und Kathode – und warum beschleunigen wir Elektronen? Sie verstanden, was Isotope und Zerfälle sind, wie man mithilfe von Zerfallstabellen Belichtungszeiten für die Filme berechnet – und dass Silberbromidfilme empfindlich reagieren und das Bild verschleiert darstellen, wenn man sie zu warm entwickelt. Dann durchstrahlten sie an strahlengeschützten Orten Prüfstücke, berechneten Belichtungszeiten nach Zerfallstabelle, Dicke und Dichte. Sie klebten Filme an die zu untersuchenden Stellen, markierten sie, begaben sich in Strahlensicherheit, belichteten und entwickelten danach den Film.

Kurz gesagt: Sie lernten, das Unsichtbare zu sehen – und zu begreifen, warum es sichtbar wird.

Mehr Eigenständigkeit im Einsatz

Mit dem RT1-Zertifikat dürfen sie nun eigenständig Prüfaufnahmen anfertigen, Belichtungsparameter korrekt einstellen, Ergebnisse erfassen und protokollieren. Noch prüfen sie nicht allein – sie arbeiten unter Aufsicht –, doch sie beherrschen bereits das Handwerk. Und sie wissen, worauf es ankommt, wenn das Maßband um das Rohr liegt, um die Quelle richtig zu positionieren, wenn es heißt: „DN 50 – jetzt die richtige Einstellung nach Norm.“

Dieses Wissen entlastet die erfahrenen RT2-Prüfer im Team. Die neuen Kollegen wissen jetzt, was sie tun. Sie verstehen die Grundlagen, die Normen, das Handwerk – und sie wissen, wo sie nachschlagen müssen, wenn etwas unklar bleibt. Aus helfenden Händen werden so prüfende Augen. „Das ist für mich und fürs Team super. Man wächst Stück für Stück rein, entwickelt sich weiter, darf jetzt Sachen auch selbst. Das ist ein gutes Gefühl und ein Ansporn, um dranzubleiben“, sagt etwa Hauke.

Ob Magnetpulver oder Farbe: Weiterentwicklung in zusätzlichen Verfahren

Nun ist Durchstrahlung ein Verfahren unter vielen. Wer Schwachstellen im Stahl entdecken will, braucht ein größeres Instrumentarium an Verfahren – und auch darin bilden wir weiter. Unsere frisch zertifizierten RT1-Prüfer und zahlreiche weitere Kolleg:innen haben sich jetzt auch noch tiefer in Sicht-, Magnetpulver- und Farbeindringungsprüfung gekniet und wichtiges Fachwissen und Können erarbeitet, in Theorie und Praxis, jeweils in zwei Stufen.

Konkret: Nach der Theorie reinigten sie ein Prüfstück, testeten, ob die rote fluoreszierende Suspension zuverlässig anzeigt, was sie soll – Risse an Schweißnähten und Stahlteilen – und suchten dann an echten Bauteilen nach Fehlern. Wieder im eigenen Haus. Wieder mit Markus Helg als Dozent.

Ein Stück mehr Eigenständigkeit, ein Stück mehr Wissen

Für TBD ist das ein Gewinn auf allen Ebenen – fachlich, rechtlich, menschlich. Wir wollen, dass unsere Leute nicht nur zusehen, sondern verstehen. Dass sie Verantwortung übernehmen und Qualität leben. Der RT1-Lehrgang legt dafür ebenso das Fundament wie die Scheine in VT, PT und MT: ein Stück mehr Eigenständigkeit, ein Stück mehr Wissen – und ein klarer Blick durch das Metall hindurch – und auf das, was zählt.

Selbst Lust auf einen Beruf, bei dem man beim Tun wächst? Hier geht es zu den offenen Stellen!

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